es mag dunkel werden
was einst in den Fängen von Hunger und Tod
auf dunklen canarischen Straßen,

ungewollt, verstoßen, wirbelt durch die Tür.
Pedro, ein zotteliges Knäuel. dreierlei Farben.

braune Knopfaugen. er schaut beredt. verknotet
Gefühle. betet an, wer ihn füttert. die Hand,

die geschwind in die Tüte greift (was weg ist,
ist weg). seine Aufmerksamkeit ist gespannt

wie ein Seil. kurzes Durchhängen beim Knacken
der Chicken Coins. er kriecht untern Tisch,

streckt sich. weiß behaarte Beinchen anmutig
gewinkelt. das Schnäuzchen genüsslich am Filz.

so ists fein. ich spreche aus, was der Hund
denkt. er beäugt mich aus dem Augenwinkel,

bevor er im Vertrauen die Augen schließt.
kraul mich, scheint er zu flüstern, und

es mag dunkel werden.


Autor: Karin Posth (72 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Der kleine Hund Pedro hat sein großes Los gezogen. Er hat eine Familie gefunden, die ihm alles ist und gibt. Aber im Umkehrschluss gibt er uns so viel Freude und Liebe zurück.
Quelle: unveröffentlicht