Neulich... in der Apotheke
Vor mir ein Vater mit seiner Tochter.
„Ich will Traubenzucker“ kräht die Kleine vernehmlich.
Der Apotheker versucht umgehend ihren Wunsch zu erfüllen und
holt mehrere Packungen aus der Schublade .
„Ich will Himbeer“, das Mädchen wird jetzt deutlich lauter.
„Du kannst Orange, Erdbeer und Zitrone haben“, bietet der Apotheker an.
„Himbeer ist aus“.
„Ich will aber Himbeer!“
Auf der Stirn des Apothekers bilden sich Schweißtropfen.
„Magst du ein Poster haben? Mit einem Pony? Oder einem Delphin?“
„Ich will Himbeer. Und einen Hund!“ lautet die Antwort.
„Kennst du eigentlich das Zauberwort?“, schalte ich mich ein.
„Natürlich kennt sie das“, herrscht mich ihr Vater an.
Seine Tochter strahlt zustimmend.
„Ich will!“


Autor: Susanne W. (57 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Der Strom der Worte -gesprochen wie geschrieben- fließt häufig unbemerkt an uns vorbei.
Was schade ist: denn zwischen "den Zeilen" alltäglicher Begegnungen spiegelt sich nicht nur die Vielschichtigkeit menschlicher Kontakte und Wertevorstellungen, sondern häufig
die ganze Welt.
Quelle: Eigenes