Der süße Schlaf
Du umgarnst mich,
spritzt mir dein süßes Gift.
Ich füge mich.
Mein Puls wird ruhig,
der Blutdruck sinkt,
ich atme flach.
Die Lider sind schwer,
ich kann sie nicht halten.

Ich döse.

Gedanken surren
wie Mücken durch meinen Kopf.
Du holst mich,
wickelst mich ein,
wärmst mich.
Ich hab dich nie gesehen.
Alles dreht sich.
Du nimmst mich mit,
in deine Welt,
zwischen hier und da,
jetzt und dann.

Alles grau,
ein Strudel,
ein Sog,
du packst mich,
ziehst mich rein,
löst mich auf.
Ich schmelze,
zerfließe.

Wo geht es hin?

Ich vertraue,
süßer Schlaf.


Autor: Ulrike HInrichs (47 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Das Leben ist nicht denkbar ohne den Tod? Aber wo geht es hin? Was kommt dann? Nichts oder alles? Diese Fragen beschäftigen uns seit Menschengedenken.
Es ist das Dazwischen „zwischen hier und da jetzt und dann“ wie es in meinem Gedicht heißt, was uns der Antwort vielleicht ein ganz kleines bisschen näher bringt, auch wenn wir nie eine befriedigende Antwort auf diese Frage erhalten werden. Diesen Zwischenraum finden wir in Situationen, die uns gewollt oder ungewollt zur Hingabe, zum Loslassen motivieren, etwa in der Mediation und Kontemplation aber vor allem auch in krisenhaften Situationen, die uns auf das Wesentliche reduzieren.
Quelle: Blutwurst mit Sahne. Lyrische Happen von zart bis deftig