im herbstgespann
im herbstgespann

die leeren räume der bäume
liegen schwer auf den feldern
das echo des regens blei
auf meinen schultern
im gestöber aus gold und rot
weht der wind graue töne
auf die wetterseite der worte
ich möchte aussteigen
schweigen
doch das kind
in glücklicher unwissenheit
eingehüllt in sein gewebe
aus märchen und traum
sammelt schätze
legt wörter die ich liebe
in meine hände
kastanien
käfer
nüsse
manchmal dreht es sich
nach mir um
winkt und wartet
auf noch unbegangenen
wegen


Autor: Ingeborg Brenne-Markner (67 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Oft, wenn ich etwas müde bin, ist es die Freude des Kindes in mir, die mich aufmerksam macht auf kleine unentdeckte Dinge, unscheinbare oder auch unbeachtete Ereignisse, über die man als Erwachsener schnell hinwegsieht, die es aber immer wert sind, ein Gedicht über sie zu schreiben.
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