Die Vertrauensfrage
Wie kann ich das feste Wissen um die Liebe Gottes mit meiner Neurodermitis verbinden? Sollte ich ihn anklagen oder resignieren? Ich will und kann weder das Eine noch das Andere. Keine Ahnung, warum Gott mir diese Krankheit gegeben hat. Werde ich es jemals erfahren? Ist es wichtig, es zu wissen? Ich muss ja doch mit ihr leben. In dieser Zeit, so spüre ich, fordert Gott mich heraus. „Vertraust du mir?“, fragt er mich. „Kannst du auch in schmerzhaften Zeiten an mir festhalten, an meiner Zusage, dass ich es gut mit dir meine?“
„Ja, ich kann!“, rufe ich ihm dann fröhlich entgegen. Auch, wenn ich vor Schmerzen weine, fühle ich doch einen festen Halt in Gott. Er verlässt mich nicht. Das habe ich schon so oft erfahren dürfen. Die Krisenzeiten meines Lebens waren Liebenszeiten mit Gott. Zeiten, in denen ich ihn stark gespürt habe, in denen ich mich fallenlassen konnte in seine Hängematten-Arme. Er fing und fängt mich auf. Wenn meine Kraft zu Ende geht, wenn ich wieder einmal spüre, wie wenig wir doch unser Leben beherrschen können, dann sehe ich es klarer als zuvor: Mein Leben kann nur gelingen, wenn ich mich auf Gott verlasse. Wenn ich ihn an erste Stelle setze, in der Gewissheit, dass er die Sicht von oben auf mein Leben hat. Er hat den totalen Überblick, während ich nur bis zur nächsten Ecke gucken kann. Deshalb gebe ich die Regie ab und weiß: Es ist gut so.


Autor: Stefanie Frank (35 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Ich möchte Menschen mit diesem Text Mut machen, nicht bei einem deprimierten WARUM? stehen zu bleiben, sondern die Hängematten-Arme Gottes neu oder zum ersten Mal auszutesten.
Quelle: Eigenes