meeresleuchten in sternschnuppennacht
das meer hat geleuchtet , oben wie unten .
als wäre der himmel vornüber
in seinen spiegel gekippt & eine
sternschnuppe wie keine vorher .

poröser schneeball aus brennendem öl -
staubleuchtfeuer am himmel :
taghell in seine tropfen. während im schwarz
dahinten ganz leise ein boot

den sonnenaufgang mimt unter’m mond .

dünenwogen im rücken - wie leiser mohn -
wie weizenwüsten im wind .
die gischt ist flüssiges silber auf haut -
regenautoscheiben im stadtnachtlicht .

das wasser mimose - erschrickt bei kontakt ,
& ist dann der himmel & leuchten .
ist traumrausch , doch wirklich ; zehn jahre nun schon :
unsere dünenwindleuchtschnuppennacht .


Autor: Marvin Müller (27 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Vielleicht kann man es sich manchmal nicht Aussuchen und muss schaffen und erschaffen.
Das begrenzt sich nicht nur auf das Schreiben, ich denke jedes Schaffene gibt sich irgendwo heimlich die Hand.

Am wichtigsten ist aber wahrscheinlich was danach passiert:

Nachdem man sich zeitlich Entfernt hat vom geschriebenen, man blickt zurück darauf, oder auf einen ganzen Korpus und lernt Sachen über sich
die man auch durch noch so viel Reflektieren nie gelernt hätte.
Quelle: eigenes