stillleben in bremen
still reden , still sehen :
fein seiden sind meine
leisen worte zu dir wie deine
sommerlakenfinger - ich

um dich die brise . versucht
dich nicht durch die leiseste
weise zu bewegen , nur zu schauen ,
wie in deiner eigenen konzentration

der finger seine positionen sucht
auf der linie deiner lippe .
ich nur in gedanken : bitte darauf ,
ganz sanft & ehrlich , dir einen kuss

legen zu dürfen , dir alles sagen .
wie das bein sich überschlägt
das haar ein zopf . alles so zart
man hält den atem an , aus angst zu . . .

du so der herbst , zu erst & immer
lehrst du mich was ruhe ist & liebe .
jetzt . dort . hier an deinem schreibtisch ,
mit gespitzem mund & nachgedachten

fältchen in den augenwinkeln ,
neben dem blauen auge , das ich
nachts versuchte unter deinen lidern
zu erahnen - ohne das du es je wüsstest .


Autor: Marvin Müller (27 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Lyrik heißt ehrlich sein, ob Biographisch oder Phantastisch,
hier war es der Versuch einen Moment, unbeschreiblich - und in seiner kleinsten Ausführung, für sich festzuhalten:

um sich immer und immer erinnern zu können, - denn aus der Erinnerung der Vergangenheit wird sich das Morgen formen.
In Echtzeit festgehalten steckt jede Sekunde des Geschehens in ihrer eigenen Zeile.

Quelle: von meinem Schreibtisch