Am Meer
Wie ein Fass
steht die Nacht
über'm Meer.
Der Mond -
hereingeschlüpft
durch ein Spundloch.
Er steht
auf der Schulter
der Bake,
der linken.

Ich stütz meinen Arm
auf den Leuchtturm,
entzünde die Pfeife
am Feuerschiff.
Dem Mond steigt
der Rauch
in die Nase.
Er fragt,
welche Marke ich rauche.
Querbeet,
sag ich,
und paffe.

Ich leg meine Pfeife
auf's Meer.
Die Möwe muss niesen.

Dröhnend
putzt sich
der Dampfer
die Nase.

Ein Schiff läuft
als Fackelzug aus;
glühendes Pech
fällt auf's Meer.

Schick mir
den Mond mal herüber!
Ruf ich
zur Kugelbake hinüber.

Ein Stups
mit der Schulter,
der linken,
und langsam
über ein Wolkentuch
rollt er zu mir,
nimmt Platz
auf der Pfeife.
Warm hast du's hier,
sagt er,
und macht sich's gemütlich.

Hinein
in den Pfeifenkopf
drück ich
zwei Wangen voll Wind.
Er friert
und macht sich davon,
dorthin,
wo Rum schwappt
in Bojen.


Autor: Walter Zeis (83 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Einfach ein schöner Aufenthalt in Cuxhaven mit vielen Eindrücken beim Spazierengehen am Wasser. Für mich liegt der Reiz des Textes im Spiel mit der Wirklichkeit im Stil einer Fantasmagorie. Diese Art der Sicht auf die Landschaft Küste ist mir nur einmal helungen, obwohl es noch zwei weitere Texte zum Thema Meer gibt
Quelle: aus meinem Textarchiv