friedhof
den fremden ort besuch ich jetzt
der solle nun deine heimstadt sein

ich suche dich und mich
und stelle pflanzen auf

der platz ist neu und ohne glück
ich gieße hacke grabe

ich weiß der rest von deinem leib
liegt tief im hügel begraben

ich anker ehrenpreis und rosen
thymian lilien und narzissen

schön
für wen wir war´n hier nie

ich stehe auf geweihtem land
und fühle nur die narben

ich schrecke vor der pflicht zurück
die erde zu bestellen

ich schrecke vor der pflicht zurück
die heimstadt herzustellen


Autor: Jana Franke (51 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Innere Prozesse lesbar, sichtbar, fühlbar werden zu lassen. Wenn es gelingt, kommt es zu einem Austausch. Im besten Falle erweitert es den Horizont und das finde ich wunderbar. Das Gegenwärtige mit dem Phantastischen zu verknüpfen und eigene Welten zu erschaffen. Gedankengänge zu offenbaren und zu einem Gespräch anzuregen. Mit sich und Anderen.
Quelle: eigenes