Der Roboter
Sein Verstand war optimal
entworfen
und
konstruiert.

Er dachte mehrdimensional
und hat sehr
viel
kapiert.

Na klar, sein Otto-Normal-
verbrauchergefühl
war
simuliert.

Man sagte, er wäre sozial
nicht
besonders
engagiert.

Der Grund war recht banal.
Er fühlte
sich
mechanisiert.

Der Fehler lag zentral.
Man hat ihn
nicht
repariert.

Sein Ende war einfach genial.
Er hat sich
selbst
annulliert.

Die Sache ist jetzt formal
erledigt und
längst
archiviert.

Und darum ganz egal.
Er hat
nie
existiert.


Autor: Ingrid Coughlan (58 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Die Digitalisierung schreitet voran. Menschen werden schon jetzt häufig durch Roboter ersetzt, die dieselbe Arbeit machen können. Später werden aber auch Roboter menschenähnlicher werden, denn dann können sie z.B. auch in der Pflege eingesetzt werden. Schon jetzt gibt es Programme, die menschliche Gespräche täuschend echt imitieren können. Wie fühlt sich der zukünftige Cyborg? Fühlt er sich überhaupt? Ist er ein Mensch oder eine Sache? Ist er ein Vorgang oder ist er lebendig? Ist seine Existenz eine Sachfrage? Gibt es heute schon Menschen, die so fühlen wie er?
Quelle: eigenes