Nebel
Die Welt,
hat sich aufgehört zu drehen.
Grausame Schwere erfasst meinen Körper-
was ist geschehen?

Ich träume,
Angstschweiß auf der Stirn,
der Alptraum soll enden-
und tut es nicht.

Ich suche Adressen raus,
gehe zum Bestatter,
suche Blumen aus-
für wen?

Ja, ich bin stark,
Funktionalität ist mein Freund,
und doch:
einen normalen Schritt gehen: fast unmöglich.

Ich kann nicht mehr reden und schreiben,
kann nicht mehr fühlen,
kann noch nicht mal mehr denken,
alles im Nebel.

Mein Nachbar fährt zur Arbeit-
wieso kann hier alles normal weitergehen?
Stillstand, die Erde dreht sich nicht mehr,
was tue ich hier?

Tränen schaffen ab und zu ihren Weg,
und sind doch nicht gegenwärtig.
Ich bin stark,
Mittwoch ist Beerdigung-ich bin stark.

Ich werde da sein Mittwoch früh,
doch bin ich wirklich da?
Bin ich jetzt da?
Wo bin ich? Wer bin ich?

Kinderlachen lässt mich aufhorchen,
meine Tochter freut sich über einen Marienkäfer,
hält ihn mir unter die Nase-
ich fühle, einen kurzen Moment fühle ich.


Autor: S. Günther (47 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Unsagbares in Worte fassen wenn eigentlich die Sprache fehlt..............
Quelle: Eigenes