Papierflieger
Wohin ich mich schweige,
an den wunschlosen Tagen,
wenn mein Blick an Apfelbäumen hängt
und sich meine Sehnsucht
in der Junisonne häutet.

Aus meinen Worten bin ich ausgezogen,
sage ich,
sie wurden zu eng
für mein Erinnern,
das aus Rissen im Boden drang.

Ich baute mir ein Haus
aus vergessenen Sommern.
Ein Kind sitzt am Fenster
und faltet Papierflieger.
Beladen mit rotem Klee
taumeln sie
gen Morgen.


Autor: Sigune Schnabel (35 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Ein Versuch, über die Grenzen des Unsagbaren zu blicken und das Unbegreifbare zu verstehen.
Quelle: eigenes