Komm, lass uns nach Worpswede wandern…
Komm, lass uns nach Worpswede wandern…
Birkentanz und Weiherlied,
als träumten die Engel
wie Pinseln im Wind.
Heidesanfte Farben säuseln durch
den Wald: ein Maler lacht sich
wach.

Komm, lass uns nach Worpswede wandern…
Bauernkinder wie
Libellen, freie Kühe, weites Grün.
Da tanzen zwei Frauen wie Elfen im
Sand, umarmen die Pappeln
und küssen sich blind.
Die Mühle summt in die Ewigkeit
hinein, Moorgesang und Filzgewand.

Komm, lass uns nach Worpswede wandern…
Sieh mal die Reigen, die
Mädchen so hübsch, kühne
Künstler, edle Dichter,
und schliefen die Wiesen, so
lebte das Wort, so wurden die Farben zum
goldenen Ort.





Autor: Sabine Aussenac (55 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: "Atmen, leben, singen, schreiben. Um die Sonne zu begrüßen, um das Kind zu trösten, um die Welt zu loben…Schreiben, ein Balsam, ein Lächeln, und ein Weg, wo die Brücke fehlt, um das andere Ufer zu erreichen. Ohne zu schreiben stehe ich in der Wüste der Angst, aber sobald die Wörter tanzen, kommt die Freude: wie ein Regenbogen. Ich wuchs zwischen Mittelmeerlichtern und Tannenwälder auf, vom Rhein zur Garonne, pendelte zwischen Hugo und Heine. Heute lebe ich in der sonnigen Gascogne!"
Quelle: Meine Gedichte,http://sabine-aussenac-dichtung.blogspot.fr/2015/04/komm-lass-uns-nach-worpswede-wandern.html