Robinson
Robinson

Die Bürger verlassen
die Bahnsteige,
fließen hutlos
stadtwärts
den Berg hinab.
Langes, schwarzes
Haar,
der Wind drischt
auf eine Ulme.
Guten Morgen,
Robinson.
Dein Ausguck
ist eine Insel
im Verkehr.
Blechströme,
Radiowellen,
Gedankenkontrolle.
Palmblätter finden sich
in Papierkörben wieder.
Mach dir ein BILD
von ihr,
denk dir
ihren Busen
nassgeleckt.
Ihr schwarzer Slip
zerreißt,
es fällt
Regen.
Tauben werden
von Dächern geweht,
ein vermummtes Hochhaus
am Horizont.
Der Wald darüber
und ein Himmel
im Fluß.



Einreicher: Literatur Apotheke ( Jahre)
Autor: Rainer Würth
Leseerfahrung:
Quelle: Stadt Lyrik 2000 – Lyrik-Säulen in der Stadt Hildesheim