Knickstiebel-Flynn
Knickstiebel-Flynn

In Cork
täten sie dich aufhängen mit Schimpfnamen.
Meinen Papa nannten die
Saufwanst
Und meine Mama
Fladengesicht-Lil.
Wie konnten meine Eltern je hoffen
Mit solchen Namen
Sich Respekt zu verschaffen!

Als sie beide starben
Im Armenviertel
Kam keiner zur Beerdigung.
Ich selber begrub sie
Im Hof einer Kohlenhandlung
In der Grattan Street.
Die Nachbarn verhöhnten mich dafür
Und nannten mich Knickstiebel-Flynn.
Der Teufel lasse sie platzen!

Als ich unterhalb der Broad Lane wohnte
Mit Knickstiebel-Flynn
Als Name
Wollte keine Frau mit mir reden.

Sobald ich das Maul aufmachte
Fiel ihr dir Zunge raus
Und sie stand da
Die Nase in der Höhe
Und lachte wochenlang.

Du kannst es ihr nicht verübeln
Wärst du gern
Knickstiebel-Flynns Frau;
Schorfschnauze-Flynn
Die mit den Knickebeinen?
Keine Frau könnte das aushalten
Und ich auch nicht.
Wäre ich mit einer Warze gestraft
Die könnte ich wenigstens weghexen.

Eines Tages am Kai
Fragte mich ein Schutzmann wie ich heiße.
Als ich sagte
Knickstiebel-Flynn
Knallte er mir eine vor den Latz.
Ich hätte mich vor dem Mistkerl
Verneigen sollen.
Du kennst sie ja -
Märtyrer im Dienst der Vernunft.

Und nun sitze ich im Gefängnis
Weil ich dem Gesetz in die Eier trat
Und an seinen Haaren riß.
Was hätte ich sonst tun sollen?
Ich bin Knickstiebel-Flynn
Und ich werde verhöhnt
Von jedem kleine Hosenscheißer



Einreicher: Literatur Apotheke ( Jahre)
Autor: Patrick Galvin
Leseerfahrung:
Quelle: Stadt Lyrik 2000 – Lyrik-Säulen in der Stadt Hildesheim