Das große Los
„Das große Los“

Oft sind gerade solche stillen Tage, an denen gar nichts Besonderes zu passieren scheint, die wichtigsten. Oder solche, die ich völlig komatös verbringe, die gibt es auch. Tage wie Schnupfen, die ich kraft- und antriebslos einfach vergehen lasse.
Solche Tage sind nötig, ich habe sie inzwischen zu schätzen gelernt. Ich hadere nicht mehr mit ihnen und nicht mehr mit mir. Oberflächlich betrachtet passiert nichts, in Wirklichkeit aber eine Menge. Dinge werden verarbeitet, Kräfte gesammelt, Gedankenfetzen formen sich zu kleinen Zellklumpen. Die Sporttrainingslehre sagt: Muskeln wachsen an Ruhetagen. Gerade an solchen tauben, scheinbar vertrödelten Tagen sickert die Reise an irgendeine geheime Stelle meiner Eingeweide. Dahin, wo Sinn entsteht.
Das alles ist natürlich überhaupt nicht steuerbar. Ich muss Dich bei unserem nächsten Treffen unbedingt noch mal genauer ausfragen, wie du deine Entdeckungen gemacht hast. Zufall? Systematisches Durchtesten? Abfallprodukt aus einem Fehler, auf der Suche nach etwas ganz anderem, wie das bei der Erfindung des Post-ist war? Ich mochte immer das Zitat von Thomas Alva Edison, der erst im 10000sten Versuch eine funktionstüchtige Glühbirne entwickelte: Ich bin auch vorher nicht gescheitert. Ich habe 9999 Wege entdeckt, wie es nicht geht.



Einreicher: Literatur Apotheke ( Jahre)
Autor: Meike Winnemuth, Hamburg

Leseerfahrung: Als Günther Jauch sie fragt, was sie mit dem Gewinn machen würde, sagt Meike Winnemuth ohne Zögern: ein Jahr lang raus aus Deutschland, jeden Monat in einer anderen Stadt wohnen. Plötzlich ist sie halbe Millionärin und der leicht dahin gesagte Plan nimmt Form an: die Wohnung wird untervermietet, ein kleinerer Laptop und ein größerer Koffer angeschafft. Sie ist dann mal weg. Die Autorin begibt sich auf große Fahrt: nach Sydney, Buenos aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba und Havanna. Mit Tempo Humor und viel Gespür für die Besonderheiten der Städte und ihrer Bewohner beschreibt Maike Winnemuth ihre Erfahrungen.
Vor allem aber geht es in „Das große Los“ um Aha-Erlebnisse, Kulturschocks, den Rausch der Freiheit, das Glück des Zufalls und die Überraschungen, die man nicht zuletzt mit sich selbst erlebt.
Quelle: „Das große Los“ Wie ich bei Günter Jauch eine halb