Stillstand
Stillstand

Gekündigt …Arbeitslos – wie ein Schlag ins Gesicht!
Fassungslos räume ich meinen Platz.
Nicht nur meinen Arbeitsplatz, sondern meinen Platz mitten im Leben.
Aber ich habe eine gute Ausbildung und werde schon was Neues finden!
Doch der ideale Arbeiter ist wohl 20 Jahre alt und bringt 30 Jahre Berufserfahrung
mit, …jedenfalls bin ich es nicht.
Mein Alltag hat sich völlig verändert.
Ich stehe morgens nicht mehr auf, um zu arbeiten, sondern um Arbeit zu suchen.
Große Sprünge kann ich mir nicht mehr leisten, kleine nur noch ganz selten…
So bemerke ich, dass sich mein Freundeskreis immer weiter von mir entfernt.
Ich fühle mich ausgeschlossen von ihren schnellen Leben und uninteressant, weil
mein Leben sich kaum noch bewegt.
Und dann die ständigen Absagen mit immer denselben abgedroschenen
Begründungen – demotivierend.
Genau wie die Betriebe, die einen zu einem Bewerbungsgespräch einladen.
Man schöpft wieder neue Hoffnung, wartet auf die Zusage, alles nur, um zu lesen:
Leider haben wir uns für einen anderen, besser geeigneten Bewerber entschieden.
Und als ob das noch nicht reichen würde, wird man von der arbeitenden Allgemeinheit
als Sozialschmarotzer beschimpft und ausgegrenzt.
Ich will doch arbeiten, aber es lässt mich keiner!!!
So verstecke ich mich. Allein. Und warte.
Warte auf eine Zusage, die mich zurück ins Leben holt.
Denn Leben, das heißt: Veränderung!
Doch ich verändere mich nicht.
Ich bin stillgelegt.


Einreicher: Literatur Apotheke ( Jahre)
Autor: Sandra Ehlers, gelernte Verwaltungsfachangestellte
Leseerfahrung: Ich schreibe, um den Menschen eine andere Sicht der Dinge zu zeigen, sie in fremde Welten zu entführen oder einfach nur mit Worten zu berühren.
Quelle: Lesezeichen 2014