Zwischen den Zeilen, da schlief ein Wurm...
Zwischen den Zeilen, da schlief ein Wurm…

Zwischen den Zeilen, da schlief ein Wurm,
eingebettet in Seiten, begraben unter einem riesigen Bücherturm.
In seinem ach so kurzen Leben, hatte er schon so viele Bücher gelesen.
Grüffelo, Faust und sogar einen Reiseführer durch die Vogesen.

Viele Köstlichkeiten boten sich ihm dar, „In 80 Tagen um die Welt“ zum Beispiel schmeckte wunderbar,
„Der kleine Prinz“ sogar noch besser.
Ja, so lebte der Wurm Tag ein, Tag aus, jedes Mal war es ein Gaumenschmaus,
für den nimmersatten Seitenfresser.

Einige Jahre liegen nun hinter ihm,
in denen er las und fraß bis ihm die Zunge raushing.
Er wusste mehr als manch ein Mensch, hatte die Welt da draußen aber noch nie gesehen.
Sie existierte nur in ihm - das reichte, um die Menschen zu verstehen.

Für ihn stand fest:
Der Mensch ist ein komplexes und eiliges Wesen, ist ein Oberflächentier.
Geld, Macht und Ehre… sind für viele das hoch gepriesene Lebenselixier.
Manch einer ertrinkt in Gier und verlernt seine Natürlichkeit.
Der Mensch will alles und nichts zugleich.

Eine Frage stellte sich zwischen den Zeilen immerzu: Was ist der Sinn des Lebens nun?
Was soll’s, dachte er sich schließlich, ich bin eben nur ein Bücherwurm…
Er lebte zum Lesen und las um zu leben – so einfach ist das eben.


Autor: Naima Hoque (16 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Schon lange möchte ich an einem Literaturwettbewerb teilnehmen, um Rückmeldung von anderen über meinen eigenen Schreibstil zu erhalten. Natürlich hat mich auch der Wunsch nach der Veröffentlichung meiner eigenen Texte zu diesem Vorhaben motiviert.
Der Text gibt die Gedanken eines Wurms über den Menschen wieder und soll zum Nachdenken anregen.
Quelle: