Bronzeschimmer
Bronzeschimmer

Der Mond steht dort, voll und rund,
er schimmert einfach ohne Grund,
silber-weiß und stumm und stark,
wie auf unbewegter Himmelsfahrt,
die Wolken, die den Mond umkreisen,
auf unbekannten Sinnsuchreisen,
wirken so wie Kosmosschleier,
wie flüssig zieh'n sie immer weiter,
schwarz und blau und weiß zugleich,
unendlicher Galaxisteich,
weit entfernt und doch so nah,
vertraut und dabei sonderbar,
ein Stern der funkelt mitten drin,
wirkt beinah' wie des Mondes Kind,
oder Vater, weit entfernt,
der zuschaut wie sein Kind grad' lernt,
alles fließt und scheint zu fließen,
scheint zu leben und zu sprießen,
aus Wolkenzwergen werden Riesen,
aus Schleierformen werden Farben,
aus Menschenhänden bunte Raben,
und alles ist, wie sollt' es sein,
im Großen Ganzen doch nur eins,
und alles wie schon immer,
in bronze-rotem Sternstaubschimmer.


Autor: Jan Capar (21 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Das Sein ist faszinierend. Deshalb schreibe ich es.
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