Tagesanbruch
Tagesanbruch

Der morgenstern
fiel aus den falten der nacht
verblasste im meer
glitzernd noch einmal
und sank.

Auf den wiesen lag tau.
Tröstete blätter und halme und geschlossene blüten.
Spiegel der morgenröte.

Und liebende
schliefen ermattet, traumlos und andächtig.
Kranke im fieber
wälzten sich trostlos alpträumend in feuchten tüchern.
Leben wurde geboren und
beendet.

Es woben gedanken
bilder des leids und des glückes.
Brüllten irre ihre ohnmächtigen schreie hinaus.
Ermordeten menschen
menschen.
Verfluchten heilige
ihren gott
und beteten sündige heiden.

Da wurde es tag.



Einreicher: Literatur Apotheke ( Jahre)
Autor: Eckart Heinicke

Leseerfahrung: Ich schreibe, weil mir persönlich lyrische Formen am besten geeignet scheinen, meine Gedanken und Gefühle auszudrücken.
Quelle: Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb 2014