Großkampftag
Nachdem dieser hochbezahlte, doch etwas dümmlich wirkende Fußballprofi seinen direkten

Nebenspieler, wahrscheinlich unbeabsichtigt, unter die Gürtellinie getreten hatte, war ein

langanhaltender Schmerzensschrei zu vernehmen. Zur gleichen Zeit bemühte sich ein

etwas abwesender Zuschauer seine fünfte Bratwurst unbemerkt zu verschlingen, beendete

ein dünner Mann seinen magischen Rundgang zum glücksbringenden Stehplatz, den er

dieses mal erfolglos suchte.

Hinter dem Wald, zehn Kilometer Luftlinie entfernt, entschlüsselte ein arbeitsloser Wissen-

schaftler allerletzte Kontaktversuche, vierzigtausend Lichtjahre von der Erde entfernt ab-

gesandt. Mit der Schnapsflasche in der Hand gab er Rückmeldung.


In der fast ausgestorbenen, noblen Einkaufsmeile zählte ein hektischer Bankkassierer-

ursprünglich auf dem Weg zum Betonoval- zum wiederholten Male die Tageseinnahmen

des Spitzenbettlers. Seine freiwillig angebotenen Dienste mußte er- nach einger Zeit- mit

eigenen Geldmitteln bezahlen. Nach dem böse ausgesprochenen Wort " Zählzwang " lief

er wutentbrannt zur nächstliegenden Bankfiliale, attackierte sie mit Händen und Füßen, bis

zwei Uniformierte ihn erlösten.

Als die letzten Strahler des Flutlichtes am Abend erlöschen, verschwindet auch ein trauriges

Bild. Totgeschlagen, dann noch überfahren- die alte Stadionratte war unvorsichtig. kam

etwas zu früh zurück. In ihren unversehrt gebliebenen, weit aufgerissenen Augen ist neben

Angst so etwas wie Erstaunen erkennbar. Selbst der streunende Kater würdigt sie nur

eines kurzen Blickes; dann zieht er irritiert weiter.



Autor: Franz Friedrich Kovacs (67 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Der V e r s u c h den Zeitgeist ein wenig zu verändern!
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