Vanitas
die Bücher aus dem Stapel
das ungeschriebene Blatt
von letzter Nacht trägt leere
Zeilen die Dunkelheit und
unseren Atem der langsam
aus dem Boden steigt

die Sterne glänzen matt
vom Milchglas trübe
durch das man nochmals
in die Ferne schaut der Rest
des Zimmers ist verstaubt

nur hier und da erscheint
ein Staubkorn wirr wie ein
Irrlicht welches kurz erwacht
ein Film slow motion
in gefühlten Zeilen die keiner
mehr entziffern kann

ein Vers inmitten einer
Reihe von Herbst
zeitlosen Buchstaben
und Worten die auf einem Blatt
wie Blätter tanzen, lichtleicht
den Totentanz…


Autor: Bastian Kienitz (42 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Es ist wie ein innerer Trieb. Als ich anfing zu schreiben, saß ich vor dem Fernseher,
stand auf und griff mir einen Bleistift und ein Blatt Papier. Es ist noch heute uner-
klärlich für mich, da ich überhaupt gar nicht animiert dazu wurde sondern, es urplötzlich
wie aus einem inneren Drang heraus erfolgte.
Quelle: