Im Zug
Im Zug


Neben dem Staub zwischen den Weinflaschen ist unser Stöhnen liegen geblieben

Feine Sedimente deines Schlafes liegen noch auf meiner Brust
Zerbröckeln in die Furchen meiner Haut

Rauch der letzten Nacht kratzt vom Rachen in die Schläfen hoch

Meine Hände umklammern die Wärme des Zug-Kaffees
„Einen Becher Tristesse, bitte!“
Zwei Euro fünfzig.

Das Einerlei der kreischenden Schienen spült versteinerte Muscheln aus Minuten durch mein Ohr

Wie viele Kilometer noch bis sie aufhören durch die Adern zu rollen?

Du hast den Duft deiner Zunge zwischen meinen Schenkeln gelassen.
Und dein Bild,
nur einen Atemzug entfernt.


Autor: Rebecca Schettler (22 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: In meiner Lyrik ist es mir wichtig die Dinge in eine Form zu bringen, die mich und die Menschen um mich, den Zeitgeist, bewegen. Es geht darum zu sagen, was gesagt werden muss und die innere Wahrnehmung in Worte und Sprache zu fassen, den Moment zu manifestieren.
Quelle: