Intensiv
Intensiv
© Thomas M. Mayr


Über mir die Decke
leichenblaß die
Zeit im Haus der Schnecke
bloß Gedankenonanie
der Galgen hoch dort oben
höhnend als Dreifaltigkeit
und von dort droben
tröpfelt lautlos meine Kraft derzeit
durch transparente Därme
sickert gelbe Hoffnung und
die Körperwärme
kriecht durch Nase Glied und Mund
mal vorwärts oder auch
hinweg entkrümmen Würmer sich
als sei mein Bauch
mein Leib ein Nest das mich
gebiert und schlangengleich
sie mich umgarnen kosen denn im Außen
drängen Horden schattenbleich
und Flimmern Blinken Brummen nicht weit draußen
Schimmern Stinken Summen prallt von jeder Wand
doch schiffchengleich durch dies Gewebe
gleitet deine so vertraute Hand
- durch die ich lebe.


Autor: Thomas Mayr (61 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Ich schreibe Gedichte weil es mit Spaß macht. Worte sind wie Puzzlesteine. Sie sehen vertraut aus und reichen doch tiefer. Ich spiele gern mit ihnen, nehme sie auseinander, setze sie gern neu zusammen. Ein andermal sind sie Ausdruck des Herzens, des Einhaltens.
Anders ausgedrückt:
Ich sammle Wörter | aber nur das Fallobst mit den roten Backen | oder von Baum und Rebe der schönen Literatur | Die einen wandern ins Kröpfchen | die besten Worttrauben | goutieren die Wangen der Kelter |
Unter zunehmendem Ausdruck | fließen Saft und Süße | in ein bereitgestelltes Notizbüchlein | In der Gärung des kritischen Rezitierens | entwickeln sich rauschige Gefühle | bis das Gedicht | die richtige Farbe annimmt | verköstigt wird (TMM)
Quelle: