Phantomschmerz
Phantomschmerz

Leck die Wunden
nicht,
wo kein Bein mehr
ist,
der Krieg war nie
der Deine

wenn auch die Alten
sungen geteilt ist lange
nicht halbiert
in Liedern nicht
und nicht in der Geschichte

begruben sie’s vergebens
unter den Mandelkernen schlagen
die Ruh-losen Herzen
zu und zu und zu oft
re-animiert um
aufzuerstehen aus diesen
Gruben sickert das alte Blut
sickert und sickert über
bleiche Bilder rieseln leise
die grauen Flocken auf flechtende
Kinder den Blaustern
im Haar.

So halt’ nicht fest,
was Dein Bein nicht
ist,
denn dieser Krieg
war nie der Deine
ist woanders.



Einreicher: Literatur Apotheke ( Jahre)
Autor: Christine Graf

Leseerfahrung: Ich schreibe gerne
Quelle: Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb 2014