Amici
Wir rufen es nicht hinaus
Wir beteuern nichts

Stimmen
die das Wort in den Mund nehmen
bezeugen

Es fängt sich im Netz des Auges
Es trommelt auf das Fell im Ohr
Es liegt in der Luft

Es ist mehr als
die wöchentliche Skatrunde
gemeinsam dem Gerstensaft zuzusprechen
zusammen eine Hauswand hochzuziehen

Es ist viel mehr
Es ist weniger


Autor: Thomas Mayr (61 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Ich schreibe Gedichte, weil es mit Spaß macht. Worte sind wie Puzzlesteine. Sie sehen vertraut aus und reichen doch tiefer. Ich spiele gern mit ihnen, nehme sie auseinander, setze sie neu zusammen. Ein andermal sind sie Ausdruck des Herzens, des Einhaltens.
Anders ausgedrückt:
Ich sammle Wörter | aber nur das Fallobst mit den roten Backen | oder von Baum und Rebe der schönen Literatur | Die einen wandern ins Kröpfchen | die besten Worttrauben | goutieren die Wangen der Kelter |
Unter zunehmendem Ausdruck | fließen Saft und Süße | in ein bereitgestelltes Notizbüchlein In der Gärung des kritischen Rezitierens | entwickeln sich rauschige Gefühle | bis das Gedicht | die richtige Farbe annimmt |
verköstigt wird (TMM)

In meinem Text "Amici" geht es um Freundschaft. Sie gehört für mich zu den höchsten Werten überhaupt; und diese findet v.a. "Zwischen den Zeilen" statt.
Quelle: noch unveröffentlicht