der Zaun
Alter Holzpfahl wackelt, hat
Spuren von Sonne, Regen, Wind,
dem nächsten Sturm wirst du erliegen,
du hältst dich tapfer,
dein Draht hängt durch,
hat die Strenge verloren,
macht Pause,
ich greife zum Pfahl,
mein fester Griff stürzt ihn zu Boden,
mein Weg ist frei, mit kleinen Schritten betrete ich die Wiese,
lasse meine Haut das Grün erspüren, es ist angenehm kühl und
kitzelt, einen Moment nehme ich Platz, genieße den Blick auf die Blüten,
dann gehe ich zurück,
hebe den Pfahl auf, drücke ihn fest in den Boden,
überlasse ihn der Zeit.


Autor: Susanne Voigt (58 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Eigene Grenzen überschreiten, neue Wege gehen
Quelle: Die Autorin selbst