Ein Sommertag
Ein Sommertag


Auf dem Rücken liegend schau ich ins Blau
die Gräser benetzt noch vom nächtlichen Tau
die Sonne verdeckt wird vom schattigen Grün
Schäfchenwolken vereinzelt vorüberziehn

Ein Sommertag - er will mich entzücken
er will meine Seele dem Alltag entrücken
Lavendel duftet in den Rabatten
die herrlichen Rosen - noch stehn sie im Schatten
Zitronenfalter mit dem Phlox sich vermählen
2, 3, 4, 5 - wer will sie noch zählen
die Katze, sie schnurrt auf der Bank unterm Baum
leuchtende Wicken umranken den Zaun
ein leiser Wind lässt die Blätter sich wiegen
ganz oben am Himmel die Schwalben heut fliegen
kein Laut ist zu hören in der Idylle
warme, freundliche Sommerstille
umschließt mein Herz - oh könnt es so bleiben
von diesem Tag - da hätt ich in Scheiben
gern eingefroren so manche Portion
für trübe Tage - wer kann das schon ??

Und das lässt beglückt mich die Augen schließen
dieser Tag ist einmalig - man kann ihn genießen
aber kaufen für GELD und für sich reservieren
da wird jeder Mensch hier auf Erden verlieren
das wird eine höhre Macht nicht erlauben ...
in der Tanne gurrn leise die Ringeltauben

Die Gedanken entschwinden in Zeit und Raum
die Seele sitzt fröhlich im Apfelbaum
entfernt von Sorgen und vom Leid

Oh herrliche, duftende Sommerzeit!


© Christine Rehder


Autor: Christine Rehder (83 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Die Autorin, 1939 im Sudetengau eingeschult, begann alsbald die Feldpostbriefe ihres Cousins zu korrigieren. Später, nach der Vertreibung, schrieb sie auf der Reiseschreibmaschine des Vaters - was immer ihr in den Kopf kam. Außer Zeit brauchte sie zum Schreiben keinerlei besondere Motivation - es war und ist ihr Hobby.
Quelle: Die Autorin selbst