Das Rad
Die Erde dreht sich immer noch,
nichts hält sie an,
selbst um sie zu entschleunigen ist ihre Masse zu gewaltig;
das Rad läuft,
ich drehe durch,
alles draußen ein Kreislauf;
die Erde dreht sich immer noch;
manchmal kommt wer zu Besuch,
nur kurz, denn klar:
Nichts hält sie an;
die Rotation kann keiner unterbrechen;
obwohl ich es einmal gedacht habe,
aber jetzt weiß ich,
dass alles immer wieder kommt
Wieder vorbei,
auf einer endlosen Durchreise,
wieder da,
da kommt es:
Wieder
und wieder
Alles wiederholt sich,
nicht einmal in dieser Situation pausiert sie,
denn klar:
Die Erde dreht sich immer noch,
sie ist unbarmherzig,
nichts hält sie an;
da will einer durchatmen,
aber es bleibt keine Zeit;
das Rad läuft,
ich drehe durch;


Autor: Stephan Gräfe (27 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Ein kurzer Versuch über eine der leidvollsten Erscheinungen unserer Existenz: Der Umstand, dass sie nicht zu pausieren ist. Permanente Aktion, immer etwas zu tun, durch sein Leben zu rotieren erschöpft einen oft bis zum Kollaps.
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