Puppe
Ich liege in der Ecke,
unbemerkt von viel’n,
der Staub legt sich auf mein Gesicht,
würd‘ so gern wieder spielen.

Mich wieder drehen zur Musik,
zu den leisen Melodien,
die spielt, wenn jemand sich erbarmt,
mich endlich aufzuziehen.

Der Schlüssel in mein’m Schulterblatt,
wurd lang nicht mehr gedreht,
die Gelenke wurden rostig,
ob es wohl noch geht?

Das Drehen, Tanzen, fröhlich Reihen,
ach wie ist mir warm,
beim Gedanken an die Zeiten,
als wir all zusammen war’n.

All die hübschen Aufziehpuppen,
wie sie tanzen, wie sie spiel’n.
So eine wollt‘ ich auch mal sein,
eine die gefiel.

Leise schließen meine Augen,
war’n sie jemals wirklich auf?
In Gedanken kann ich tanzen,
zieht mich hier auch niemand auf.


Autor: Saskia Roßkamp (28 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Einsamkeit. Sehnsucht.
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