Die Sanduhr
Die Sanduhr gedreht leise flüsterndes Rieseln
Körner gleiten über gläsernen Pfad
der Tag legt ab das zerknittert Gewand
grelle Farben aufdringlich kariert und gestreift
streichelt zärtlich die Nacht löst sich auf im Dunkel legt kühle Hand auf pochende Stirn
Silbenreste und Pläne sorgsam gesammelt
in Gedankenlade geordnet sortiert

Ich sitze am Fenster eingehüllt in Stille
und fühle mich ein in die Sanftmut der Nacht
die Schwingung des Geistes pendelt zur Mitte
sinkt ein in die Sphäre von Schlaf und Traum
ein letzter Blick sternklare Weiten
fünf Minuten der Nacht - die mein Mondkind
gebiert


Autor: Kornelia wulf (47 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Die Nacht flüster in ihrer eigenen Sprache....
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