Stille
Wenn die Stille mich besucht,
kommt sie nur zu mir allein,
schenkt mir einen Schmetterling.

Wenn die Stille bei mir ist,
gleitet sie auf meinen Schoß,
hält die Uhrenzeiger an.

Wenn die Stille mit mir spricht,
spricht bedächtig sie und leise,
auf die ihr besond’re Weise.

Wenn die Stille mich umgibt,
hör ich Regenbogenfarben
und auch Sonnenblumen-Lachen.

Wenn die Stille bei mir ist,
gehen wir Gedanken pflücken,
und sie malt Bilder in mein Herz.

Wenn die Stille bei mir ist,
geht ein sanfter Windhauch nur
und die Wolken zieh’n vorbei.


Autor: Marita Bagdahn (60 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Mit diesem Gedicht erinnere ich mich selbst immer wieder daran, wie kostbar Rückzug und Stille im Alltag sind. Wie wichtig und wohltuend ist es, zur Ruhe zu kommen und die scheinbaren Selbstverständlichkeiten um uns wahrzunehmen und sie mit allen Sinnen zu genießen.
Quelle: Die Autorin selbst