Niemals geliebt
Wir haben uns gestritten,
uns mit Sachen beschmissen.

Dann wieder versöhnt,
und in den Laken gewälzt.

Hast mein Frühstück vernascht,
und ich deine Hemden getragen,
obwohl du Eier nicht magst
und ich T-Shirt-Träger bin.

Aber: Geliebt – habe ich dich nie.
Verguckt, verliebt und entzweit.
Das schon – aber niemals geliebt.
Denn sonst tut es noch weh.

Hab über deine Witze gelacht,
die nicht lustig sind.

Hast meine Gedichte gelobt,
die doch jeder versteht.

Abschiedsküsse gab's immer,
und beim Wiedersehen sowieso,
hatte ich auch heimlich geraucht,
und wir uns kaum vermisst.

Aber: Geliebt – habe ich dich nie.
Verguckt, verliebt und entzweit.
Das schon – aber niemals geliebt.
Denn sonst tut es noch weh.

Wir haben einander verziehen,
trotz Lug und Betrug.

Schworen uns ewige Treue,
und heimlich den Tod.

Dann war's vorbei, wir wieder entzwei,
die Verzweiflung so groß ,
aber der Schmerz ging doch erst los.
Denn geliebt – habe ich dich immer.

Verguckt, verliebt und entzweit, das schon –
und schon immer geliebt.
Und jetzt tut es so weh


Autor: Helge Hommers (28 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Schreiben ist für mich die schönste, zugleich anspruchsvollste und dennoch geeignetste Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen. Oder eine Emotion auszudrücken. Oder Eindrücke zu verarbeiten. Wer schreibt, schafft alternative Welten und holt das Vergangene ins Diesseits. Ebenso die Zukunft. Schreibende werfen einen Blick auf das Allgegenwärtige, der einzigartig, unendlich und unsterblich ist. Genau deswegen schreibe ich.
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