Das Licht im Gedicht
Das Licht im Gedicht

Es ist das Licht welches das Gedicht umwirbt
ein und ausatmet sich an seine Brust lehnt
so weilt es eine Zeitlang so will es
ein Teilchen von ihm sein ein kleines Zugeständnis
es weiß das Gedicht blickt zu ihm nennt seinen Namen
schärft den Sinn für die Tiefe
und es ist das Licht das die Farben des Gedichts
vertauscht in der Mitte verdünnt mildert
an den Rändern stärkt
in weiteren Abläufen neue Farbpigmente bestimmt
sie feinstrukturierend aufträgt sie filtrierend
zögernd dosierend der Augenfarbe
des Betrachters beimischt
und ein paar Goldspritzer hinterlässt es
zwischen den Zeilen


Autor: Irena Habalik (62 Jahre)
Motivation für diesen Text, Schreib- oder Leseerfahrung des Einreichers: Man kann mit dem Schreiben von Gedichten die Welt nicht verändern. Man kann sie vielleicht ein wenig fröhlicher machen.
Kürzlich schrieb mir eine Leserin: „Ich war zwei Wochen in einer Klinik zur Schmerztherapie. Ich hatte viel Zeit, sodass ich Ihren Gedichtband „Vom Glück der Mücken“ in Ruhe lesen konnte. Ziemlich skurril, aber witzig. Gute Bettlektüre! Man hat ja im Krankenhaus sonst nicht soviel zu lachen und ich habe gelacht.“
Wenn man so einen Brief bekommt, weiß man, warum man schreibt.
Quelle: Die Autorin selbst